3. Vogtländische Mundarttage vom 23. bis 25. April 2009
21 Mundartautoren aus dem Vogtland, dem Erzgebirge, Bayern und sogar aus Nordrhein-Westfalen zog es vom 23. bis zum 25. April 2009 in den Musikwinkel zu den 3. Vogtländischen Mundarttagen unter der Schirmherrschaft unseres Landrats Dr. Tassilo Lenk. Gastgeber war wie immer der 1.Förderverein Vogtländisches Freilichtmuseum Eubabrunn e.V.
Ziel der Veranstaltung, die ganz im Zeichen der Mundartpflege stand, war es, Gleichgesinnte zusammenzuführen und die Öffentlichkeit für die Mundart zu sensibilisieren. Mundart ist Kulturgut, das es zu bewahren gilt. Das Vorurteil, dass sich Mundart nachteilig für ihre Nutzer auswirke, ist durch aktuelle Forschungsergebnisse längst widerlegt.
Im Jahr 2009 gab es aber auch zwei Neuerungen. Die Heimatzeitung "Freie Presse" hatte im Vorfeld der Mundarttage gemeinsam mit der Vogtländischen Literaturgesellschaft Julius Mosen e.V. einen Mundartliteraturwettbewerb mit großer Resonanz durchgeführt. Außerdem wurden mit einer Laudatio im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung sowie einer Begleitausstellung Leben und Schaffen der verstorbenen Mundartautoren Martin Gläß und Erhard Fietz geehrt.
Nach der Eröffnungsveranstaltung am 23. April im Berggasthof "Heiterer Blick" in Markneukirchen begaben sich die Autoren am darauf folgenden Tag an sieben Schulen des Landkreises, um dort Lesungen durchzuführen und die jungen Leute für die Mundart zu begeistern. Am Nachmittag haben die Mundartfreunde unter dem Thema "Handwerk - Mundart - Tradition" einen Ausflug in die Musik- und Wintersportstadt Klingenthal unternommen. Der Heimatpflegeverein Klingenthal und der evangelische Kindergarten hatten ein ganz besonderes Rahmenprogramm vorbereitet. Damit wurde zugleich der Beweis angetreten, dass unsere Mundart lebt und durchaus nicht nur etwas für Senioren ist. Am Abend des 24. Aprils waren die Autoren in bewährter Weise unterwegs, um ihre Mundartliteratur bei Vereinen, in Museen, Gaststätten und Senioreneinrichtungen vorzustellen.
Der 25. April stand im Zeichen der Weiterbildung und der Kommunikation zwischen den Autoren. Nach einem Rundgang durch den Erholungsort Erlbach unter sachkundiger Führung des Ortschronisten Helmut Eßbach trafen sie sich am Nachmittag im Vogtländischen Freilichtmuseum Eubabrunn zu einem Seminar über Lyrik, das von der Pädagogin Elke Schuster geleitet wurde. "800 Jahre Vogtland 1209-2009" ließ Steffen Schönicke in seinem Vortrag Revue passieren. Und Dr. Peter Haueis von der Vogtländischen Literaturgesellschaft Julius Mosen e.V. berichtete "Vom Einfluss fremder Sprachen auf unsere Mundart".
Den Ausklang der Mundarttage bildete eine öffentliche Abendveranstaltung im Freilichtmuseum Eubabrunn. Im Rahmen dieser Veranstaltung waren alle teilnehmenden Autoren zu hören. Die musikalische Umrahmung gestaltet Jan Röhlig mit seiner Zither. Die Gewinner des Mundartwettbewerbes wurden ebenfalls an diesem Abend bekanntgegeben.
Die Preisträger:
Regina Möller aus Reichenbach: "D'r Weihnachtsstolln"
Dr. Ferry Böhme, aufgewachsen in Bad Elster - jetzt in Fürstenfeldbruck: "Des derleb iech nimmer!"
Hans Winter aus Arnoldsgrün: "E urndliche Wichs"
Edith Schmidt aus Plauen: "Mei Plaun"
Vordere Plätze belegten ebenfalls:
Juliane Karas aus Falkenstein: "Dr gescheite Koter"
Anni Köhler, geboren in Klingenthal - jetzt in Plauen: "Vor Weihnachten"
Wolfgang Wild aus Klingenthal: "Willkomme!"
 Eröffnung der 3. Vogtländischen Mundarttage durch den Landrat des Vogtlandkreises, Dr. Lenk.
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 Grußwort von Dr. Spitzner anlässlich der Eröffnung der Mundarttage
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 Autoren zu Gast in der „Grundschule am Stadion“ in Oelsnitz/V.
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 Abendveranstaltunge in der Pfaffenmühle in Jößnitz
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 Mundartautoren aus Solingen im Museum in Schöneck
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 Besuch der Musik- und Wintersportstadt Klingenthal
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 Der Evangelische Kindergarten aus Klingenthal hatte ein kleines Mundartprogramm einstudiert.
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 Besichtigung der Vogtland Arena
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 Interessante Einblicke in die Tradition des Handzuginstrumentenbaus bekamen die Autoren in der örtlichen Schaumanufaktur
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 Jan Röhlig mit seiner Zither
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 Rundgang durch den Ort Erlbach mit dem Ortschronisten Helmut Eßbach
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 Ein Seminar über Lyrik wurde von der Pädagogin Elke Schuster geleitet.
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 Weiterbildung der Autoren
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